Unsere Haut oft vernachlässigt und unterschätzt

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan. Sie macht etwa ein Siebtel des Körpergewichts aus und erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Damit ihr dies gelingt, braucht sie von uns Unterstützung. Doch leider wird sie viel zu oft unterschätzt und vernachlässigt. Wir erklären dir, wie die Haut aufgebaut und warum sie so wichtig für uns ist. Außerdem erfährst du, was du mit der richtigen Pflege für sie tun kannst.

Wie ist die Haut aufgebaut?

Ähnlich wie eine Zwiebel besteht unsere Haut aus mehreren Schichten:

Die drei Schichten sind fest miteinander verbunden. Sie ergänzen sich mit ihren speziellen Funktionen und machen die Haut so zu dem vielseitigsten Organ unseres Körpers.

Die Oberhaut

Die Oberhaut (medizinisch: Epidermis) ist die äußere Grenze des Körpers. Sie enthält keine Gefäße, sondern Hautzellen, die von der Unterseite der Epidermis nach oben wandern. Dabei sterben sie ab und werden schließlich abgestoßen. Diese Erneuerung geschieht ungefähr einmal im Monat. Du bemerkst das daran, dass sich die Hautoberfläche beim Reiben schuppt

Die Lederhaut

In der Lederhaut (medizinisch: Dermis) befinden sich zahlreiche Gefäße und Nerven, Muskelzellen und Schweißdrüsen. Außerdem finden sich hier auch feste Bindegewebsfasern mit Kollagen und Elastin. Beide machen die Haut elastisch und dehnfähig. Ohne diese Stoffe wären Hautverletzungen an der Tagesordnung. 

Die Talgdrüsen in der Lederhaut produzieren den Talg. Er macht die Hautoberfläche geschmeidig und erfüllt eine wichtige Schutzfunktion. Denn er hält Chemikalien und Krankheitserreger fern. Allerdings kann es unter bestimmten Umständen zu einer Talg-Überproduktion kommen. Dann verstopft der Talg die Hautporen. Die Folge sind Pickel und Mitesser, die vor allem im Gesicht und auf dem Rücken auftreten.

Die Unterhaut

Die Unterhaut (medizinisch: Subcutis) enthält Bindegewebe und Fettzellen. Ihre Aufgabe ist es, die darunter liegenden Organe zu schützen und Energie zu speichern. Außerdem dient sie der Wärmeisolation.

Welche Aufgaben hat die Haut?

Die Haut erfüllt vor allem folgende lebenswichtige Funktionen:

All diese Funktionen sind für uns selbstverständlich, weil sie Bestandteil unseres täglichen Lebens sind und ganz automatisch ablaufen. Die Haut erbringt mit diesen Funktionen jedoch eine echte Höchstleistung und gilt völlig zu Recht als Wunderwerk des Körpers.

Sinnesempfindungen

In den Hautschichten befinden sich über 4 Millionen Rezeptoren, über die wir verschiedene Sinneswahrnehmungen erleben. Neben Tasteindrücken vermittelt die Haut aber auch Temperatur-Informationen (Kälte, Wärme, Hitze) und Schmerz.

Schutz vor äußeren Einflüssen

Die Haut schützt unseren Körper vor äußeren Einflüssen, die unseren Muskeln, Knochen und inneren Organen Schaden zufügen könnten. Hierzu gehören sowohl mechanische als auch chemische und thermische Einflüsse.

Schutz gegenüber Krankheitserregern

Auch gegenüber Krankheitserregern bildet die Hautoberfläche eine natürliche Barriere. Sie besitzt einen sogenannten Säureschutzmantel (pH-Wert 5,5). Dieser verhindert, dass Keime oder andere Krankheitserreger in sie eindringen und in den Körper vordringen können.

Regulation der Körpertemperatur

Unsere Haut kann nicht nur Temperatur fühlen, sondern - wie eine Klimaanlage - die Körpertemperatur selbst regulieren. Das geschieht, indem sie die Größe ihrer Gefäße ändert und diese nach Bedarf enger oder weiter stellt. Mehr als 30.000 "Temperaturfühler" melden dem Gehirn, wie warm der Körper gerade ist. Ist die Temperatur zu hoch, ändert sich die Gefäßgröße und die Schweißdrüsen produzieren Schweiß. Dieser verdunstet auf der Hautoberfläche und kühlt sie ab. Diesen Effekt nennt man auch Verdunstungskälte.

Regulation des Wasserhaushalts

Die Haut ist schließlich auch an der Regulierung des Wasserhaushalts des Körpers beteiligt. So kann sie ihn vor Austrocknung schützen, zugleich aber durch Schwitzen Flüssigkeit und Salze nach außen abgeben. Wichtig ist die richtige Menge Feuchtigkeit. Ideal ist ein Feuchtigkeitsgehalt von 70 %, wobei sich etwa ein Drittel in der Oberhaut und zwei Drittel in der Lederhaut befinden. Wenn der Feuchtigkeitsgehalt über längere Zeit deutlich niedriger liegt, trocknet die Haut aus. Dadurch verliert sie nicht nur ihre Geschmeidigkeit und Spannkraft. Auch ihre Schutzfunktion ist gestört, sodass chemische Substanzen oder Krankheitserreger leichter eindringen können. 

Darüber hinaus wird die Haut manchmal auch als "Spiegel der Seele" bezeichnet. Das liegt daran, dass sich deine Gefühle und deine gesundheitliche Verfassung in ihrem Erscheinungsbild widerspiegeln können.


Gestatten, mein Name ist Haut

"Es sind nur vier Buchstaben, aber das sollte kein Grund sein, mich zu unterschätzen. Denn ich bin nicht nur deine Hülle, Nein, ich bin viel mehr! Ich bin dein grösstes Organ und bringe bis zehn Kilo auf die Waage. Wenn du mich abziehen und messen könntest, würdest du auf zwei Quadratmeter kommen!

Mit vier Millionen Sinneszellen nehme ich Berührungen, Druck, Kälte, Wärme und Schmerz wahr. Meine Zellen sind der direkte Draht zu deiner Seele. Oft erlebe ich, dass du mich nicht ernst nimmst und mich behandelst, als sei ich nur die Verpackung, die dich zusammenhält. Das ist unfair, denn schliesslich schütze ich dein Inneres vor der Aussenwelt, reguliere deine Körpertemperatur und bin das Barometer deines Wohlbefindens.

Ein Blick in den Spiegel signalisiert dir, wie es dir geht. Ich werde gelb, wenn deine Leber nicht ordentlich arbeitet, ich sehe aus wie eine graue Maus, wenn dein Magen streikt, verräterisches Rot zeige ich bei allzu hohem Blutdruck. Dir geht es gut, wenn ich knackig und hauchzart-rosa aussehe.

Hast du mich schon einmal indiskret erlebt? Ich kann der Umwelt verraten, ob du verliebt bist, ob du Angst hast oder ob du gerade einmal nicht die Wahrheit sagst.

Liebeskummer und Jobstress gehen mir im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Ich reagiere mit Pickeln oder roten Flecken. Alle diese Reaktionen hängen mit dem vegetativen Nervensystem zusammen. Ich bin ein Sinnesorgan, das alle Reize an das Nervensystem weiterleitet. Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen - ich bin der Spiegel der Seele.

Also bitte verwöhne ich! Streichle mich, sei zärtlich zu mir und ich werde mich so zeigen, wie du mich am liebsten hast: Hauchzart-rosa, samtig und glatt!

Deine Haut


Was kannst du für deine Haut tun?

Ein gesunder Lebensstil tut auch deiner Haut gut. Deshalb solltest du:

Wenn sich viele abgestorbene Zellen auf unserer Hautoberfläche befinden, wirkt sie glanzlos und trocken. Um zu verhindern, dass sich durch diese Zellen Unreinheiten bilden, ist es wichtig, sie regelmäßig zu entfernen. Dafür eignen sich spezielle Peelings für das Gesicht. 

Du kannst deine Haut mit der dringend benötigten Feuchtigkeit versorgen, wenn du die richtigen Pflegeprodukte auswählst. Gute Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass sie Feuchtigkeit liefern, ohne zu fetten und die Hautschutzbarriere nicht angreifen. Welche Produkte die besten sind, hängt auch von deinem Hauttyp ab. Frag im Zweifel deinen Hautarzt oder eine Kosmetikerin. Beide können deinen Hauttyp genau bestimmen.

Trockener Hauttyp

Wenn die Haut nicht genügend Feuchtigkeit erhält, wird sie trocken, spröde und rissig. Hier empfehlen sich (parfümfreie) Pflegeprodukte mit reichlich Feuchtigkeit und vielen Vitaminen. Außerdem solltest du viel Wasser trinken und wasserhaltiges Obst und Gemüse (wie Gurken) essen. Das macht die Haut geschmeidig und verleiht ihr neue Spannkraft.

Empfindlicher Hauttyp

Wer eine empfindliche Haut hat, leidet häufig unter Rötungen. Diese sind teilweise mit einem mehr oder weniger starken Juckreiz verbunden. Bei der Hautpflege solltest du unbedingt darauf achten, dass die Produkte ausdrücklich für den empfindlichen Hauttyp geeignet ist. Das heißt, sie dürfen keine möglicherweise reizenden Inhaltsstoffe enthalten.

Mischhaut

Wenn deine Gesichtshaut nur in der sogenannten T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) zu Unreinheiten, Mitessern und Pickel neigt, ansonsten aber normal oder sogar trocken ist, hast du Mischhaut. Für ein gleichmäßiges Hautbild solltest du die Pflege auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Bereiche abstimmen. Das bedeutet: Die T-Zone solltest du nach der Reinigung mit einem klärenden und antiseptischen Gesichtswasser abtupfen. Das befreit die Poren von Talg und Glanz und sorgt für einen feineren Teint. Auf den übrigen (trockenen) Bereichen solltest du auf keinen Fall Gesichtswasser oder andere alkoholhaltige Produkte anwenden, da sie die Trockenheit noch verstärken würden. Stattdessen bieten sich Produkte mit einer Extraportion Feuchtigkeit an.

Fettiger / unreiner Hauttyp

Wenn die Talgdrüsen zu viel Talg produzieren, ändert sich das Hautbild. Es wird fettig und glänzt sehr stark. Die Poren sind teilweise vergrößert, häufig treten Mitesser und eitrige Pickel auf. Normale Seifen und Cremes können diese Probleme noch verstärken. Deshalb solltest du milden Reinigungsschaum oder Waschgel bevorzugen. Das restliche überschüssige Fett kannst du anschließend mithilfe von einem wässrig-alkoholischen Gesichtswasser von der Hautoberfläche entfernen. Außerdem sind (maximal zweimal wöchentlich) sanfte Peelings und Gesichtsmasken aus Heilerde zu empfehlen.

Hautpflege im Laufe des Lebens

Welcher Hauttyp du bist, ist vor allem genetisch bedingt. Jedoch verändert sich unsere Haut und damit auch ihre Pflegebedürfnisse im Laufe des Lebens. Babys haben eine sehr zarte und weiche Haut, doch spätestens durch die Hormonveränderung in der Pubertät gerät sie aus dem Gleichgewicht. Wie stark, ist individuell verschieden. Viele Teenager neigen jedoch zu einer fettigen, unreinen Haut. 

Etwa ab dem 25. Lebensjahr beginnt die natürliche Hautalterung und es zeigen sich die ersten Auswirkungen der bisherigen Umwelteinflüsse und des Lebensstils. Verschmutzte Luft, Nikotinkonsum, Müdigkeit und Stress haben eine trockene Haut zur Folge, die matt, ungleichmäßig, angespannt und ungesund aussieht. Jetzt brauchst du eine gute Feuchtigkeitscreme, um die Hautelastizität möglichst lange zu erhalten bzw. wiederherzustellen. 

Im höheren Alter verliert die Haut an Spannkraft, weil ihr Hyaluron und Collagen fehlt. Deshalb wird sie schlaff und es entstehen Falten. Durch einen gesunden Lebensstil und die richtige Pflege kannst du die Hautalterung zumindest verlangsamen. Versorge deine Haut mit viel Feuchtigkeit und Hyaluronsäure. Letztere bindet Wasser und sorgt für mehr Volumen. Dadurch werden Fältchen gemildert und das Hautbild wirkt straffer, frischer und jugendlicher. Darüber hinaus gibt es noch weitere Wirkstoffe, denen eine Anti-Aging-Wirkung nachgesagt wird, wie zum Beispiel Glycerin, Urea oder Retinol.