Gesund leben - Tipps wie du ein gesundes Leben führst

"Du lebst ja ganz schön gesund!" Mal klingt es aufrichtig bewundernd, mal spöttisch vorwurfsvoll. Aber es zeigt, jeder hat zumindest eine (eigene) Vorstellung von "gesund leben". Was ist ein gesundes Leben? Wie führst Du ein gesundes Leben? Mit einigen Tipps und Denkanstößen bist Du schnell mittendrin, in Deinem gesunden Leben!

Was heißt das, gesund leben?

Eine Definition besagt, Gesundheit ist die Abwesenheit von Krankheit. Das scheint jedoch wenig ehrgeizig. Ein vitales und zufriedenes Lebensgefühl gehört unbedingt dazu. Außerdem lässt es sich auch mit einer Erkrankung gesund leben. Es ist sogar dringend angeraten, bei einer bestehenden Krankheit gesund zu leben. Dadurch wird das Immunsystem entlastet. Der Körper kann besser mit der Erkrankung fertig werden. 

Ein Definitionsversuch: Gesund leben heißt, sich und seinem Umfeld weder körperlich noch seelisch wissentlich Schaden zuzufügen und beides nach bestem Wissen und Gewissen zu pflegen. 

Mögliche Motivationen

Ein Grund dafür, gesund zu leben ist gewiss die Sache mit dem Alter und dem Älterwerden. Gesund leben, in der Hoffnung auf ein langes Leben. Darauf, dass man fit bis ins hohe Alter bleibt. Dass man am Ende keine Schmerzen erleidet. Dass man nicht noch lange Zeit als Pflegefall leben muss. Am besten wäre es, irgendwann mit einhundert Jahren fit und gesund tot umzufallen. Oder vielleicht nicht? 


Doch egal ob Du jung bleiben oder besonders alt werden willst, ein gesunder Lebenswandel kann Dich dabei unterstützen. Aber das ist keine hundertprozentige Garantie. Denn das Lebensalter und die Gesundheit sind nicht vom Lebensstil allein abhängig. Die Veranlagung (die Gene) sowie das direkte und geografische Umfeld spielen dabei ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Auch die Psyche darf nicht vergessen werden

Ein weitere Motivation für eine gesunde Lebensführung ist die psychische Gesundheit. Ein solides Selbstwertgefühl und Zufriedenheit sind mindestens genau so wichtig, wie ein starkes Immunsystem. Hinzu kommt, dass sich psychische und körperliche Befindlichkeiten nicht klar voneinander trennen lassen. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Eine permanent miese Stimmungslage wirkt sich auch auf die biochemischen Vorgänge im Körper aus. Anders herum pflegst Du durch körperliche Vitalität auch Geist und Seele. Wenn Du Dir also vornimmst, gesund zu leben, darf Deine Psyche dabei nicht auf der Strecke bleiben.    

Ernährung, Bewegung und die psychische Verfassung sind Lebensbereiche, die maßgeblich Einfluss darauf haben, wie gesund Du lebst. Zu Beginn stellen sich dadurch Fragen, wie:

Was lässt Du an Dich heran, in Dich hinein? 

Wie bewegst Du Dich? Vor allem, wie oft?

Bist Du zufrieden mit Dir, Deinem Umfeld, Deinen Mitmenschen?

Ernähre dich gesund!

Ernährung ist heutzutage schon längst nicht mehr nur Nahrungsaufnahme. Jedenfalls nicht in unserer westlichen Gesellschaft. Hier muss die Ernährung für Vieles herhalten. Ganz früh in der Menschheitsgeschichte ging es beim Essen ums Sattwerden. Auch Genuss und Geselligkeit spielten durchaus schon eine Rolle beim Essen.

Heute ist Ernährung sehr viel mehr! Sie ist Statussymbol, Ideologie, Religion, Seelentröster, Zeitvertreib und vor allem auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das Nahrungsangebot ist überwältigend und allgegenwärtig. Alles zusammen macht aus der Ernährung ein anspruchsvolles Thema, wenn es um Gesundheit geht. 

Dennoch sollte es machbar sein, sich gesund zu ernähren, ohne dafür Ernährungswissenschaften oder Medizin studieren zu müssen.

Vermeiden und weglassen

Am einfachsten ist es, Du beginnst mit den Sachen, die Du weglassen kannst oder solltest. Am besten da, wo die Studienlage eindeutig ist (in der Ernährungswissenschaft eine Seltenheit!): Gesund leben, dass heißt leben, ohne die freiwillig zugeführten Gifte Alkohol und Nikotin. Das ist ein komplexes Thema, welches hier thematisch den Rahmen sprengen würde. Natürlich gibt es über 90-jährige, die jeden Tag ein Gläschen trinken oder eben Helmut Schmidt. Wie bereits angedeutet, Gesundheit ist immer ein Zusammenspiel der Gene, des Umfelds, der Psyche und dem, was Du selbst Deinem Körper zuteilwerden lässt. Eine gesunde Ernährung ist kein Garant für ein langes, gesundes Leben. Es erhöht aber zumindest die Wahrscheinlichkeit. 


Nicht als Gifte, aber in der Tendenz übereinstimmend kritisch bewertet, werden auch einfache Zucker und Transfette. Und wenn sich die Zuckerindustrie noch so dagegen wehrt, einfache Zucker (Saccharose, Maltose, Fructose u. v. m.) sollten möglichst sparsam konsumiert werden. Ebenso die Transfette. Das sind künstlich gehärtete, pflanzliche Fette, mit denen der Körper nicht so gut umzugehen weiß. Sie bringen viele Kalorien und haben einen schlechten Einfluss auf die Blutfettwerte. 

Ein weiterer Ansatzpunkt in Sachen gesunde Ernährung, ohne irgendwelche kontroversen Ernährungsthemen zu berühren, sind Limonaden und Säfte. Vermeide sie, so weit es Dir möglich ist! Limonaden kannst Du durch verdünnte Obstsäfte ersetzen. Wenn Du Durst hast, trink Wasser!

Beweg dich

Halt, nicht zum nächsten Kapitel übergehen! Nur weil Du vielleicht ein Sportmuffel bist! Es heißt ja hier immerhin: "Beweg Dich!" und nicht: "Treibe Sport!" Denn, was bei all den gut gemeinten Ratgebern oft vergessen wird, wir Menschen sind sehr unterschiedlich! So schalten tatsächlich schon einige ab, wenn nur das Wort "Sport" fällt. Allein die Gedanken an Wettkampf, Schnelligkeit, Ehrgeiz und Schweiß lassen sie teilnahmslos, trotzig in die Polster sinken. Doch, Überraschung, auch diese Menschen können gesund und zufrieden leben! Wenn ihnen nur nicht permanent jemand einreden würde, dass sie unbedingt Sport treiben müssten. 


Sportlich gesehen gibt es im Grunde drei Abteilungen: Ausdauer, Kraft und Gelenkigkeit. In einem normalen bewegten Leben sollte von allen drei Fähigkeiten regelmäßig Gebrauch gemacht werden. Darüber hinaus, Du kennst das, gibt es wieder Unterschiede: Da ist Einer, der kann seine Körperteile verknoten. Eine Andere läuft jeden Marathon in Bestzeit und kann sogar noch dabei lächeln! Glücklich sind auf jeden Fall diejenigen, die eine Sportart gefunden haben, die ihrer Neigung entspricht. Das dies häufig nicht gelingt, zeigen die vielen stummen Beitragszahler von Fitnessstudios. Der grandiose Absatz an hochwertigen Laufschuhen, Fahrrädern und ähnlichem Sportzubehör spiegelt nicht die wahre Sportbegeisterung der Nation wider. Dafür sieht man zu wenig davon in Aktion. Dahinter stehen zu einem großen Anteil verzweifelte Menschen, die entweder den Sporttrends nachlaufen oder einfach nicht den passenden Sport für sich finden.

Individuell bewegen

Wie geht´s raus aus dem Dilemma? Stelle zunächst einmal fest, was für ein Bewegungstyp Du mental und körperlich bist. Oder vielleicht bist Du ja wirklich ein absoluter Sportmuffel und nichts aus dem reichhaltigen Angebot der Sportwelt kann Dich reizen? Kein Problem. Ein bewegtes Leben braucht keine aufgesetzten Sportprogramme. Bestimmt findest Du genug Gelegenheit, Deine Muskeln, Gelenke sowie Deine Ausdauer im Alltag zu beanspruchen. Denn alles zusammen ist maßgeblich mitverantwortlich für ein langes, gesundes und vitales Leben! 


Muskeln sind wichtig für die Körperhaltung. Eine kräftige Muskulatur schützt Sehnen, Bänder und Gelenke. Besonders die häufigen Rücken-, Knie- und Hüftprobleme lassen sich durch kräftige Muskeln meistens vermeiden. 

Gelenke müssen geschmiert werden, damit sie reibungslos funktionieren. So einfach ist das, in der Mechanik, wie in der Anatomie. Daher am besten alle Gelenke am Tag einmal beanspruchen, das geht prima nebenbei, ohne groß Sport zu treiben.

Die Ausdauerfähigkeit ist wichtig für das Herz-Kreislauf System. Wenn Du nicht laufen, radfahren oder schwimmen magst, tobe mit Kindern herum. Oder tanze zu einer entsprechender Musik durch die Küche bis Dir die Luft wegbleibt. 

Interessiere dich

Ebenfalls durch wissenschaftliche Studien erhärtet, ist folgende These: Wer sich für etwas begeistert, engagiert oder verantwortlich fühlt, lebt gesünder. Auch ein vertrauensvolles soziales Netzwerk, egal ob Familie oder Freunde, trägt zu einem gesunden Leben bei. Hier gilt wieder, wie beim Sport, ein jeder im Rahmen seiner Fähigkeiten und Vorlieben. 

Hinter diesen Erkenntnissen steckt die Sinnfrage. Jemand, der weiß (oder glaubt zu wissen, das spielt keine Rolle), warum er hier auf der Erde lebt, hat tatsächlich gesundheitliche Vorteile. Wer sich selbst gering schätzt und keinen Sinn in seinem Dasein sieht, ist nachweislich gesundheitlich labiler.


Fit im Kopf

Du brauchst Dir jetzt natürlich keine Religion, Organisation oder Ideologie zu suchen, wenn Du damit nichts am Hut hast. Dann nenn es einfach Begeisterung, Interesse und Neugier. Das sind definitiv Eigenschaften die Dich im Leben weiterbringen! Und das nicht nur, beim gesund leben. Sich für etwas zu interessieren, überhaupt immer neu dazu zu lernen, ist der Motor für eine ausgeglichene Psyche und Stimmungslage. Darüber hinaus sind diese Eigenschaften auch für das berufliche und soziale Vorwärtskommen förderlich. Beides ist mitverantwortlich für ein solides Selbstwertgefühl. Dies wiederum unterstützt ein gesundes Leben.


Interesse, Neugier und Engagement halten Dich auch davon ab, in schädliche Verhaltensmuster abzurutschen. Wie zum Beispiel Frustessen, Rauchen, Trinken, lange Zeit unbewegt vor dem PC oder TV verbringen. Auf einer zweiten Ebene kurbelst Du dadurch Hormone an. Diese stärken das Immunsystem, sorgen für einen gesunden Schlaf, eine gute Verdauung und gute Laune. Alles zusammen ist ein weiterer wichtiger Baustein für das Ziel "gesund leben".

Ab morgen heißt es gesund leben

Nein, es geht hier nicht um die viel zitierte Selbstoptimierung. Stell Dir vor, jeder lebt optimal gesund und zufrieden. Wie langweilig, wenn alle nur das bestmögliche täten! Jetzt soll es zunächst darum gehen, möglichst erfolgreich einige kleine Änderungen in Deinem Leben zu integrieren. 

Hier bringt jeder seine persönlichen Voraussetzungen mit. Wer nicht raucht und kaum Alkohol trinkt, hat beim gesund leben die Nase schon recht weit vorn. Wer diese Hindernisse noch mit sich führt, hat damit erst mal genug zu tun. Achte bei der Entwöhnung darauf, keiner ungesunden Ersatzsucht zu verfallen. Zum Beispiel Zigaretten durch Süßigkeiten ersetzen oder alkoholische Getränke mit Limonaden.

Mit kleinen Schritten voran

Mach Dir nicht gleich zu Beginn einen riesigen Plan. Nach dem Motto, ab morgen wird alles anders. Nur die allerwenigsten halten solch eine freiwillige, radikale Veränderung ihres Lebens länger als ein paar Wochen durch. Schau stattdessen, wo Du mit geringem Aufwand etwas zum Positiven hin verändern kannst. Gewöhne Dir an, abends noch einmal um den Block zu laufen. Oder versuche, Limonaden aus Deinem Leben zu verbannen. Lass den allabendlichen Naschkram weg. Du wirst am besten wissen, wo Du da bei Dir ansetzen kannst. 

Hast Du eine üble Angewohnheit erfolgreich ersetzt oder abgesetzt, nimm Dir den nächsten Punkt vor. Bleibe Deinem Vorhaben treu. Verlasse die Linie nicht, nur weil Du im Café mal eine Cola getrunken hast. Warum sollte man abends nicht mal Chips essen, vor dem Konzert eine Limo trinken oder im Biergarten ein Weizen? Gesund leben heißt nicht, plötzlich ein asketisches Leben zu führen. Du erinnerst Dich? Genuss und Vergnügen gehören unbedingt dazu, wenn Du gesund leben möchtest. 

Spass statt Streß

Vor allem hab Spaß daran, gesund leben macht Freude! Setzt Du Dir zu ehrgeizige Ziele, dann kann es stressig für Dich werden. Besonders, wenn es zu Rückschlägen kommt. Das ist dann der sogenannte Disstress, der nicht abgebaut werden kann. Dieser negative Stress ist schädlich für Deine Gesundheit! Bei Stress kommt es zu einer Reihe von hormonellen Prozessen im Körper. Erfolgt kein adäquater Stressabbau, haben diese Hormone eine negative Auswirkung auf die Herzgesundheit und den Stoffwechsel.

Gesund leben

Finde das richtige Maß in allem, was Du tust. Dein richtiges Maß, bei dem Du Dich wohlfühlst. Hier noch einmal eine kleine Checkliste zur Orientierung:

Checkliste

Starte jetzt in dein gesundes Leben

Zu allen Punkten sind nur einige Fragen aufgeführt. Nimm Dir Zeit, möglichst viele Fragen zu allen Themenbereichen zu finden. Wenn Du nach Lösungswegen suchst, informiere Dich, lass Dich durch einen Freund*in unterstützen oder suche Dir professionelle Hilfe. Allein solch eine "Inventur" kann schon kleine Änderungen bewirken, die sich fast automatisch ergeben. 

Viel Spaß und möglichst viele Erfolge beim "gesund leben"!